Sarah Wiener — Ein kuli­na­ri­scher Roadmovie

Ich bin ja bekannt­lich ein großer Fan von gutem Essen und Reisen in ferne Länder. Das herrliche an diesen beiden Lei­den­schaf­ten ist, dass sie sich wunderbar verbinden lassen. Wenn ich also die Gele­gen­heit habe bei den Reisen die Kultur und die Menschen anderer Länder ken­nen­zu­ler­nen, so ist es mir immer eine besondere Freude, wenn es sich ergibt auf ein­hei­mi­sches Essen zurück­grei­fen zu können. Das rundet für mich das Erlebnis erst so richtig ab. Das nenne ich dann Urlaub für alle Sinne.

Wie dies in Per­fek­ti­on ablaufen kann, habe ich kürzlich auf der uns zur Verfügung gestell­ten DVD „Die kuli­na­ri­schen Abenteuer der Sarah Wiener in Asien – Ein Roadmovie für die ganze Familie“ gesehen.

DVD-Cover_Sarah_Wiener_In_Asien
Foto: Glücks­stern-PR
Auf zwei DVD’s mit insgesamt 10 Folgen (a 42 Minuten) bereist Sarah die Länder Indien, Vietnam, Japan und China und stellt dort neben den köst­li­chen Gerichten der Ein­hei­mi­schen auch das Land mit einem Blick hinter die Kulissen der Tou­ris­ten­at­trak­tio­nen vor.

Wie muss ich mir dies also vor­stel­len?

Nun ich erkläre dies einmal:

Zu Beginn jeder Folge sehen wir Sarah, wie sie sich zu einem typischen Gericht der in der Folge vor­ge­stell­ten Region einige Gedanken über die Zutaten macht und letzt­end­lich ein Thema definiert, welches sie in der Folge dann erörtert.

Und dann geht die visuelle Reise für uns Zuschauer auch schon los. Typische Szenen der jewei­li­gen Länder, aber eben nicht die ewig behan­del­ten Haupt­at­trak­tio­nen sondern eben so, wie es die Ein­hei­mi­schen tag­täg­lich sehen und erleben. Dazu gibt es nützliche und inter­es­san­te Fakten, welche nicht selten bei mir einen Aha-Effekt ausgelöst haben. Dann wird kurz der heutige Gastgeber vor­ge­stellt, die zu ver­wen­den­den Zutaten mit diesem besorgt (mal direkt auf dem Feld oder Fluss vor dem Haus oder eben auf den lan­des­ty­pi­schen Märkten und Geschäf­ten) und dann in den Küchen der Gastgeber zube­rei­tet und anschlie­ßend verspeist. Das Ganze ist gespickt mit Anekdoten und Geschich­ten aus dem Leben der Gastgeber und herr­li­chen Bildern der jewei­li­gen Land­schaft.

Was aber macht das besondere dieser DVD gegenüber anderen kuli­na­ri­schen Repor­ta­gen aus?

Es ist der Blick, den man auf das jeweilige Land bekommt. Dieser ist eben nicht auf Hoch­glanz­bil­der der gängigen Tou­ris­ten­at­trak­tio­nen und Hotel­kü­chen aus­ge­rich­tet, sondern auf das, was man beim Reisen in fremde Länder leider viel zu selten mit­be­kommt: Das wirkliche Leben!
Ein Land wie Indien besteht nun einmal aus mehr als der Ansicht des Taj Mahal oder Fatehpur Sikri.

Und diese andere Seite stellt uns diese DVD vor. Und dabei immer mitten im Gewühl: Sarah Wiener!

Mal in lan­des­ty­pi­scher Kleidung, wie dem indischen Sari oder eben unkon­ven­tio­nell in einem Dirndl in Vietnam. Daraus ergaben sich für mich herrliche Szenen, welche mir immer wieder ein kleines Schmun­zeln auf die Lippen zauberten. Generell ist Sarah Wiener für diese Art von Doku-TV eine wun­der­ba­re Besetzung, da Sie eine ganz andere Art zu haben scheint, an solche Sachen ran zu gehen.

Dirndl- Vietnam
Szene aus der DVD — Sarah im Dirndl durch Vietnam
©ZERO ONE FILM, ARTE G.E.I.E., ORF 2014

Man hat wirklich das Gefühl dass das, was man zu sehen bekommt, auch tat­säch­lich so im ersten Take auf­ge­nom­men wurde. Unbe­ar­bei­tet, echt und ohne vor­ge­ge­be­nes enges Textbuch. Da wird fröhlich aus dem Bauch heraus los­ge­plau­dert und probiert und auch einmal selbst bei der Her­stel­lung der Zutaten mit angepackt.Höhepunkt bei jedem Besuch war für mich, wenn Sarah ihre alte Polaroid Kamera her­aus­hol­te um ein „Selfie“ von sich und ihren Gast­ge­bern zu machen. Und auch bei diesem Foto erfüllten sich wieder alle bereits oben beschrie­be­nen Merkmale. Da wurde nicht erst lange in Reih und Glied gestellt um ein perfektes Foto zu machen, sondern die Polaroid raus­ge­holt und spontan ohne Schnick-Schnack abge­drückt während alle ver­such­ten sich auf das Bild zu schieben. Herrlich ehrlich eben!

Hier die Szene in der das Bei­spiel­fo­to gemacht wird:
selfie-Szene
Szene aus der DVD — Sarah und die Polaroid im Einsatz
©ZERO ONE FILM, ARTE G.E.I.E., ORF 2014
Hier das gazu­ge­hö­ri­ge Selfie:
selfie
Szene aus der DVD — Das fertige Selfie
©ZERO ONE FILM, ARTE G.E.I.E., ORF 2014

Fazit:

Mir hat diese DVD sehr gut gefallen. Sie stellte für mich die Länder mit Blick hinter den Film­ka­me­ras der Hoch­glanz­do­ku­men­ta­tio­nen vor. Und gerade das hat einen ganz beson­de­ren Reiz, da man dadurch einen Blick auf das wirkliche Leben und ihre kuli­na­ri­schen Beson­der­hei­ten der Menschen bekommt. Da wird in Küchen ohne Fenster gekocht, da es sich die Familie nicht leisten kann ein solches zu bauen oder eben auf einer Feu­er­stel­le im Hof. Ebenso, wie es die Menschen dort tag­täg­lich tun. Und die Gerichte kocht zumeist kein Ster­ne­koch eines Luxus­ho­tels, sondern Menschen wie du und ich. Und sagt man nicht bei uns: „Bei Muttern schmeckt es am besten“. Also kann der Ansatz einer ernst­zu­neh­men­den kuli­na­ri­schen Reise doch nur sein, dass man direkt zu den Leuten in ihr Heim geht und mit ihnen kocht. Und genau das wurde hier gemacht. Und ganz nebenbei erfährt man, wie beschwer­lich zum Beispiel der Anbau der dazu benö­tig­ten Zutaten und Lebens­mit­tel ist. Dies wird einem spä­tes­tens bewusst, wenn man sieht, wie Sarah mit einem Ochsen und Pflug versucht einer Bäuerin zur Hand zu gehen.
Sarah Pflug
Szene aus der DVD — Mit dem Pflug durch das Reisfeld
©ZERO ONE FILM, ARTE G.E.I.E., ORF 2014

Eine bild­ge­wal­ti­ge und herrlich lecker anmutende Welt, welche uns hier von Sarah Wiener und ihrem Team vor­ge­stellt wurde!

Ideal für mich ist auch, dass es im Booklet der DVD auf 36 Seiten die jeweils vor­ge­stell­ten Gerichte als Rezepte zum nach­ko­chen gibt was es für mich zum idealen Weih­nachts­ge­schenk für alle Koch­be­geis­ter­ten macht.

Jede der 428 Minuten mit Frau Wiener war mir ein Genuss!

Lust auf mehr leckere Rezepte?